Die Ansichtskarte Teil 2
Die Ausstellung weitet die Frage nach dem Bild der Stadt aus: Es sollen – neben „7 x 7 x LEIPZIG“ – auch die üblichen, im Handel erhältlichen Leipziger Motive präsentiert, und inhaltliche und ästhetische Veränderungen im offiziellen Bild der Stadt nachgezeichnet werden. Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung bildet das Motiv des Augustusplatzes, dem zentralen Platz der Stadt Leipzig. Auch in diesem Zusammenhang soll an Hand von Bildpostkarten ein Einblick in den Wandel der öffentlichen Wahrnehmung dieses umstrittenen Platzes gegeben werden. Die Sektion „Ansichtskarte in der DDR“ konfrontiert offiziell genehmigte Aufnahmen („Echt-Foto-Postkarten“) des sozialistischen Staates mit privat und damit oft illegal hergestellten, teils systemkritischen Bildkarten („Mail Art“). Dieser Teil der Ausstellung wird aus der Sammlung des Leipziger Fotografen Erasmus Schröter gestaltet, der schon seit vielen Jahren zum Thema der DDR-Ansichtskarte arbeitet und publiziert. Das persönliche Archiv von Iris Reuther (bis 1989/90 Weimar, Ost-Berlin, Leipzig) und ihrer Freundin Atie Boerboom van den Berg (Amsterdam) gibt Einblick in deren Korrespondenz zwischen 1983 und 1989/90. Dabei wurden häufig Postkarten mit Motiven aus Kunstausstellungen, Museen, Kulturstätten u.ä. verwendet, die Auskunft über Kunst- und Kulturpositionen beiderseits des Eisernen Vorhanges geben.
Im Rahmen dieser Ausstellung wird auch die von niko 31 entwickelte Audio-Tour durch die Stadt Leipzig wieder angeboten. Unter dem Titel „Revue: le jardin negligé“ („Rundschau: Der vernachlässigte Garten“) stellten die LandschaftsplanerInnen Katja Heinecke und Reinhard Krehl und der Architekt Jens Fischer einen Rundgang zusammen, der sich den funktional angelegten Bauten und Plätzen der DDR-Moderne widmet. Die Tour führt vom Bürohaus am Brühl über die Universität zum ehemaligen Robotron-Gebäude. Ausgewählte Sounds begleiten die Reise durch die Vergangenheit und Gegenwart der Stadt.
Die Ausstellung wird in Kooperation mit CULTURTRAEGER Leipzig, dem Institut für Länderkunde Leipzig, dem Verlag Bild und Heimat, Reichenbach (Vogtl.) und niko 31 durchgeführt.